Vom Weltkriegsende 1918 in Oberndorf

Dieser Tage jährt sich zum einhundertsten Mal des Ende des 1. Weltkriegs. Das Ende dieses Krieges blieb auch nicht ohne Auswirkungen auf die kleine Gemeinde Oberndorf. Da der Friedensvertrag von Versailles vorsah, dass die linksrheinischen Gebiete Deutschlands, also auch die Pfalz, durch alliierte Truppen kontrolliert werden sollten, wurde die Pfalz von der französischen 8. Armee besetzt.

Dieses Schicksal teilte auch Oberndorf. Am 7. Dezember 1918 kamen die ersten französischen Truppen. Von Samstag Nachmittag bis folgenden Montag waren in Oberndorf ca. 700 französische Soldaten unter dem Kommando eines Hauptmanns einquartiert. Es handelte sich um die 14. Kompanie des 287ten französischen Infanterieregiments. Nach Abzug dieser Einheit zogen noch acht Tage lang weitere französische Truppen auf dem Weg nach Mainz durch Oberndorf. Bis auf die wohl unvermeidlichen Requierierungen von Nahrungsmitteln und Wein, welche den durch die vorhergehende Rationierung von Lebensmitteln bestehenden Nahrungsmittelmangel verschärfte, soll es wenig Anlass zu Klagen hinsichtlich des Benehmens der Besatzungstruppen gegeben haben.

Schon vor dem Einmarsch der französischen Truppen kamen in der Zeit vom 26. bis zum 30. November 1918 zurückkehrende deutsche Truppen auf dem Weg zu ihrer Garnisonsstadt Worms durch Oberndorf und wurden hier einquartiert. Genaueres dazu ist nicht bekannt.

Die französische Besatzung blieb bis 1930 bestehen und sorgte durch die Einführung von Pressezensur sowie umfangreichen Beschlagnahmungen von privaten Wirtschaftsgütern und vielfachen Deportationen von mißliebigen Personen ins unbesetzte Reichsgebiet für wachsenden Unmut gegen die Besatzungsmacht. Darüber in einem späteren Beitrag mehr.

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