Kriegschronik Oberndorf – Teil VII

Beteiligung der Gemeinde an der Kriegshilfe.

a) Spenden an Geld und Naturalien

1914: Was während des Krieges an Geld und Naturalien von den Angehörigen der Pfarrei gespendet wurde, kann nur insoweit mitgeteilt werden, als es zur Kenntnis des Berichterstatters kam.
In Oberndorf gingen bei der ersten Sammlung für das Rote Kreuz 198 Mark ein. Darunter befindet sich der Kassenbestand des Gesangvereins mit 68 Mark. Dabei ist zu bemerken, dass die Gaben, mit Ausnahme von 9,50 Mark, alle von den Protestanten gegeben wurden. Später nahmen die Katholiken unter sich besondere Sammlungen vor und lieferten 45 Mark ab. Die Gemeinde spendete 90 Mark. Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß die Schulkinder beider Konfessionen unter sich eine Sammlung vornahmen, welche die stattliche Summe von 40 Mark ergab. Summa: 253 Mark.
Im laufe des Jahres 1914 gingen hauptsächlich zur Beschaffung von Wolle ein 58 Mark. Das Almosen, welches nach einem Beschluß ebenfalls für Kriegszwecke verwendet wurde, ertrug bis Ende des Jahres 68 Mark 66. Zusammen mit obiger Summe 379 Mark 66 Pfennig.
Die von der Kirchenbehörde angeordnete Kirchensammlung für Ostpreussen und Elsass-Lothringen ertrug 50 Mark. Für Weihnachtsgaben wurden gespendet an Geld 29,50 Mark. Summa: 450,16 Mark.

In Mannweiler gingen im Jahr 1914 ein bei der ersten Sammlung 110 Mark, bei den Schulkindern aus Mannweiler und Cölln 35,45 Mark, von der Bahnwache deren Lohn mit 40 Mark, für Ostpreussen und Elsass-Lothringen 167,70 Mark. Dazu hatte Mannweiler noch 50 Mark gesammelt. Die Weihnachtssammlung ertrug 25 Mark, das Almosen bis zum Ende des Jahres 165,05 Mark. Summa: 593,20 Mark

Aus der Gemeinde Cölln sind zu verzeichnen der Ertrag einer Sammlung mit 85 Mark. Die Spenden für Ostpreussen befinden sich unter den bei Mannweiler angegebenen, ebenso das Almosen.
Auf dem Schmalfelderhof mit Bremrich wurden von der dortigen landwirtschaftlichen Genossenschaft 500 Mark bewilligt und das Almosen bei den vielen dort abgehaltenen Kriegsgottesdiensten betrug 166 Mark 55. Summa: 666,55 Mark.

Summe aller Beträge im Jahr 1914: 1994 Mark 91 Pfennig. Auf Vollständigkeit können und wollen die vorstehenden Zahlen keinen Anspruch erheben, da, wie gesagt, nur die Beträge berücksichtigt wurden, welche zur Kenntnis des Berichterstatters gelangten.

Ganz besonders aber verdient hervorgehoben zu werden, was von den Gemeindegliedern nicht blos während des Jahres 1914, sondern während des ganzen Krieges an Naturalien gespendet wurde. Dies im Einzelnen aufzuführen ist unmöglich, da die Gaben an verschiedenen Sammelstellen und Lazarette geschickt wurden. Hervorzuhebenden Anteil daran hatten die Bewohner der Höfe, namentlich des Schmalfelder- und Bremricherhofes. Ganze Wagenladungen gingen wiederholt ab.
Im Einzelnen sei folgendes erwähnt. Es gingen ab aus Oberndorf, Schmalfeld, Bremrich und Morsbach 17 Sack Kleider nach Ostpreussen. Aus Oberndorf allein zwei Sendungen Lebensmittel an das Lazarett der Diakonissenanstalt in Speyer, je eine an das Lazarett im Kotten und dem Maxschulhaus in Kaiserslautern, eine Sendung Wollsachen, Konfekt, Obst, Tabak, Zigarren, Zigaretten, Tee, Kakao, Zucker an die Sammelstelle für Weihnachten in Speyer, ein Packet Wollsachen an das 5. Reserveinfanterieregiment mit Tabak u.s.w., eins an das 18. bayerische Infanterieregiment und drei an das 8. bayerische Reserveinfanterieregiment, alle zur Verteilung an bedürftige Soldaten. Ebenso war es auch in den andren Teilen der Pfarrei.

An Wäsche wurde in das erwähnte Lazarett in Speyer geliefert: 105 leinene Hemden, 19 Betttücher, 8 Kopfkissen, 42 Handtücher, 1 Bettbezug, 2 Kopfkissen, Rote-Kreuz-Binden. Mannweiler stellte zur Verfügung: 186 Hemden, 34 Betttücher, 12 Kopfdecken, 20 Kopfkissen, 43 Arm-Schlingen, 56 Handtücher, 3 Schürzen, 18 Rote-Kreuz-Binden, 12 gefüllte Kissen, 50 Paar Socken, 50 Paar Strümpfe, 1 Wasserkissen, 100 Fußlappen, 15 Leibbinden, Pulswärmer, 6 wollene Hemden, 6 Paar Unterhosen; hierin sind auch die Leistungen von Cölln inbegriffen. An alten Wollsachen wurden in der Reichswollwoche 15 Sack aus Oberndorf abgeliefert, die 2,5 Zentner wogen. Daraus wurden Decken für die Soldaten gefertigt. Auch in Mannweiler hatte diese Sammlung ein erfreuliches Ergebnis.

Mitarbeit der Frauen und Jungfrauen

a). bei der Versorgung der Truppen mit Kleidern und Genußmitteln
Wenn auch bei Ausbruch des Krieges der Frauenverein vom Roten Kreuz in der Pfarrei nur vierzehn Mitglieder zählte, so fanden sich doch sofort nach der Mobilmachung sehr viele bereit, sich in den Dienst desselben zu stellen. Die in den Gemeinden gesammelten Wäschestücke wurden nach den Vorschriften des Roten Kreuzes zurecht gemacht. Im Schulhaus zu Mannweiler und im Pfarrhaus zu Oberndorf fanden sich hierzu freiwillige Helferinnen ein. Was dabei hergestellt wurde, ist oben schon erwähnt.
Mit Beginn des Herbstes versammelten sich in Oberndorf Frauen, Mädchen und auch Kinder wöchentlich drei Mal im Schulsaal um allerlei Wollsachen, Strümpfe, Kniewärmer, Leibbinden, Ohrschützer, Kopfhauben und Pulswärmer zu stricken. Die hierzu nötige Wolle wurde teils von der politischen Gemeinde bezahlt, teils durch freiwillige Beiträge aus der protestantischen Gemeinde und durch protestantische Almosen. Im Winter wurden die Strickabende im Pfarrhaus fortgesetzt. Ganz besonders hervorgehoben zu werden verdient der Fleiß der älteren Schulmädchen. Unermüdlich rührten sie die Hände, strickten selbst während des Schulunterrichtes, wenn sie gerade nicht beschäftigt waren. Die nachstehenden Zahlen geben ein Bild von dem, was geleistet wurde; es wurden gestrickt: 155 Paar Socken, 31 Paar Kniewärmer, 27 Paar Pulswärmer, 8 Leibbinden, 37 Ohrenschützer, 16 Kopfhauben. Was von den Schulkindern während des Handarbeitsunterrichtes gestrickt wurde, ist hierbei nicht mitgezählt. Auch hierfür hat die Gemeinde die Wolle gestellt. Katholischerseits wurde fast nur die Wolle verstrickt, die von der politischen Gemeinde geliefert wurde. Aus eigenen Mitteln wurde nur sehr wenig aufgebracht. Dagegen wurden die gestrickten Wollsachen nur an katholische (!) Soldaten  abgegeben. Auch die im Handarbeitsunterricht hergestellten Sachen beanspruchte der katholische Pfarrer zur Hälfte, obwohl die protestantischen Kinder 2/3 ausmachten. Doch wurde ihm ein Strich durch die Rechnung gemacht und seitens der Gemeinde alles an das Rote Kreuz abgeliefert. Auch in den anderen zur Pfarrei gehörigen Gemeinden wurde, und zwar meistens in den einzelnen Häusern, gestrickt, in Mannweiler auch aus den Stoffresten der Reichswollwoche eine Anzahl Teppiche hergestellt.
Wie weit die Frauen und Jungfrauen bei der Versorgung der Truppen mit Genußmitteln beteiligt waren, geht aus der oben angeführten Zusammenstellung der abgesendeten Gaben hervor.
Neben diesen allgemeinen Spenden an die Soldaten wurde im besonderen außerordentlich viel geleistet. In Mannweiler  erhielt jeder im Feld stehende Ortsangehörige von der Gemeinde ein Weihnachtsgeschenk. Von den einzelnen Gemeindegliedern wurden überall fortwährend Feldpostpakete mit allerlei Inhalt an die einheimischen Soldaten, sowie an Verwandte und Bekannte abgeschickt. Es war ein edler Wetteifer, den Soldaten den Aufenthalt in Feindesland so erträglich wie möglich zu machen. Auch arme Soldaten, deren Namen von Ortsangehörigen mitgeteilt waren, wurden mit Allerlei bedacht. An Dankbarkeit für all das Geleistete hat es nicht gefehlt. Hierfür nur einige Beispiele:
Der Regierungspräsident in Gumbinnen dankte der Gemeinde herzlichst für die freiwillige Unterstützung, die man den von den Kriegsereignissen hart betroffenen Ostpreussen durch die in Aussicht gestellten Liebesgaben (gemeint sind die 17 Säcke Kleider) zukommen lassen will.
Die Diakonissenanstalt Speyer und die Lazarette im Max- und Kottenschulhaus zu Kaiserslautern für die übersandten Liebesgaben an Lebensmitteln.
Der Landesausschuß vom Roten Kreuz in Speyer – Weihnachtsausschuß – bestätigte mit Dank den Empfang der Weihnachtsliebesgaben aus der protestantischen Gemeinde Oberndorf.
Soldaten schrieben: „Muß mich als Unbekannter vielmals bedanken für die Liebesgaben, die Sie an die 2. Kompanie geschickt haben“. „Habe zu meinem größten Erstaunen die zwei Pakete erhalten, wofür ich Ihnen und der wohllöblichen Gemeinde Oberndorf zu größtem Dank verpflichtet bin. Werde mir diese Wohltaten auch fernerhin zum größten Andenken bewahren“. Ein Österreicher: „Ich kann Ihnen und Gott nicht genug danken, da ich die Wäsche sehr notwendig brauchte. Ich bin mit Gottes hilfe bis jetzt glücklich davongekommen und hoffe, daß es auch so weiter geht“. „Solche Sachen kann man bei solch einem Wetter sehr gut brauchen, ich werde Sie und die Gemeinde stehts in meinem Andenken behalten“. „Möge es Euch Gott vergelten, was Ihr an den Vaterlandsverteidigern alles tut“! „Wir sahen, daß auch Sie an der Verteidigung des Vaterlandes mithelfen. Es soll unser Bestreben sein, auch fernerhin unserer Pflicht getreu nachzukommen und hoffen bald den Zweck unseres Ziels erreicht zu haben“. „Herzlichen Dank für die Liebesgaben. Werde sie meines Lebtages nicht vergessen (ist bald darauf gefallen)“. „Meine Kameraden und ich sagen Ihnen hiermit unseren besten Dank. Auch vielen Dank der evangelischen Pfarrgemeinde Oberndorf, deren Mitglied ich auch früher gewesen bin (aus Mannweiler, diente auf Seiner Majestät Schiff Prinzregent Luitpold). So Gott will, werde nun auch das stolze Albion bezwungen, das uns so unehrlich in den Krieg zog. Siegen oder Sterben ist unsere Losung! Wenn eines Tages der Ruf zu einer großen Seeschlacht schallt, dann wollen auch wir zeigen, daß wir einem weit überlegenen Gegner gewachsen sind und wir alle von deutschem Mut beseelt sind“.
Solche Dankbarkeit wirkt außerordentlich wohltuend.

b). Bei der Pflege der Verwundeten und Kranken.

Zu dieser Art an Liebestätigkeit war keine Gelegenheit gegeben, da die Pfarrgemeinde zu weit von den Lazaretten entfernt ist. Doch trat die zweitälteste Tochter des Berichterstatters, nach dem sie in Rockenhausen einen Lehrgang für Kranken- und Verwundetenpflege mitgemacht hatte, anfangs Oktober 1914 in das Lazarett der Diakonissenanstalt in Kreuznach als Pflegerin ein. An Typhus erkrankt, mußte sie diese Tätigkeit unterbrechen, um sie nach ihrer Wiederherstellung im Februar 1915 wieder aufzunehmen. Sie blieb dann noch bis Anfang August im Dienst, wobei sie eine Anzahl Austauschgefangener, die aus französischer Gefangenschaftgekommen waren, zu versorgen hatte. Es waren fast lauter Leute, die einen Arm oder ein Bein verloren hatten. Die dankbaren Briefe, welche sie an ihre Schwester Gertrud schrieben, nach dem sie entlassen waren, beweisen, daß die Pflegerin es verstanden hat, sich nützlich zu machen. Das wurde ihr auch von der Vorsteherin der Anstalt in einem Zeugnis bestätigt. Da für die Folge ihre Hilfe nicht mehr so dringend nötig war, trat sie im August 1915 zurück und suchte sich wieder eine Stelle als Kindergärtnerin. Zwei ihrer Pfleglinge besuchten sie später in Oberndorf, der eine ein Austauschgefangener, der aus dem Heim als Invalide entlassen war, und der andere ein Unteroffizier des Gardegrenadierregiments Elisabeth, der noch in der selben Woche, da sein Besuch dahier stattfand, nachdreimaliger Verwundung zum vierten Mal ins Feld kam und vom ersten Gefecht an, seit 11. Oktober vermißt wurde. Er war Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter und erster Klasse. Auch der Erstere hatte das Eiserne Kreuz 2. Klasse als Auszeichnung erhalten.

Auch im Jahr 1915 erlahmte die Liebestätigkeit nicht. Ganz besonders wurden die Lazarette der Diakonissenanstalt in Speyer und in Kaiserslautern weiterhin sehr reichlich mit Lebensmitteln aller Art bedacht. Es bedurfte nur des Wunsches von irgend einer Seite und es war bald eine Sendung beisammen, die mit herzlichem Dank quittiert wurde. Das Almosen, das noch fernerhin für Kriegszwecke verwendet wurde, ertrug im 1. Vierteljahr 31,85 Mark, in Menzweiler 89,60 Mark. Das Oberndorfer Almosen wurde hauptsächlich zum Ankaufen von Wolle verwendet und 25 Mark dem Roten Halbmond zugewiesen. Das in Menzweiler erhobene wurde ganz dem Roten Kreuz und dem Roten Halbmond zugewießen. Es erhielt das erstere im Mai 1915 400 Mark, 200 bei der Sammelstelle Rockenhausen und 200 in Speyer eingezahlt, letzteres 40 Mark. Für den Roten Halbmond wurden außerdem in Oberndorf durch den Adjunkten 74,50 Mark gesammelt. Dem Hindenburgfond konnten durch den Verkauf von 40 Bildern dieses gefeierten Heerführers 60 Mark zugeführt werden.
An altem Metall wurden in Oberndorf und Mannweiler ziemliche Mengen gesammelt. Den Lazaretten in der Nähe, besonders in Kreuznach, wurde von vielen Seiten Blumensträße geschickt, wofür die Verwundeten und Kranken sehr dankbar waren, besonders die Austauschgefangenen in Kreuznach, die sieben Monate in französischer Gefangenschaft waren und ein Bein, einen Arm oder ein Auge verloren hatten.
Die im Februar vorgenommene Sammlung von Lebensmitteln für die Lazarette hatte einen guten Erfolg, ebenso die im Juni vorgenommene Sammlung von alten Metallsachen und Webzeug. Von letzterem konnten 10 Sack abgeliefert werden. Auf die Bitte der Abnahmestelle II in Landau wurden Liebesgaben und 25 Mark in Baar gespendet, ferner wurden der gleichen Stelle von der Kirchenkasse Mannweiler 80 und von Oberndorf 20 Mark überwiesen.
Das Dankopfer am 1. August, dem Jahrestag des Kriegsbeginns, hatte ein sehr schönes Ergebnis. Es gingen ein in Oberndorf 112 Mark, aus der protestantischen Kirchenkasse 15 Mark 80, in Mannweiler 158 Mark, aus der Kirchenkasse Menzweiler 25 Mark, in Cölln mit Weidelbach 46,50 Mark, zu Schmalfeld 163,70 Mark, zu Bremrich 20 Mark und Morsbach 9 Mark, zusammen 550 Mark, die dem Bezirksamt übermittelt wurden.
Im 2. Vierteljahr ertrug das Almosen in Oberndorf 25,60 Mark und in Menzweiler 100,84 Mark.
Im 3. Vierteljahr belief sich das Almosen in Oberndorf auf 24,95 Mark und in Menzweiler auf 51,50 Mark.
Zur Anfertigung von Munition mußten im September sämtliche kupfernen und messingnen Kessel und Geschirre gegen Entschädigung an den Staat abgeliefert werden. Es wurden bezahlt für das Kilogramm Kupfer 4 Mark, Messing 1,80 Mark. Auch der Kessel in der Küche des Pfarrhauses wurde herausgenommen und abgeliefert.
Die im Oktober vorgenommene Sammlung für die deutschen Kriegsgefangenen in fremden Ländern ergab in Oberndorf 99,10 Mark, in Mannweiler 140,80 Mark, in Cölln 50 Mark mit den Höfen. Für das bulgarische Rote Kreuz wurden von der Kirchenkasse Oberndorf 10 Mark und aus Mannweiler 20 Mark gespendet.
Zur Weihnachtsspende für die im Felde stehenden wurden beigesteuert in Oberndorf 100 Mark, in Mannweiler 150 Mark, in Cölln und von den Höfen Schmalfeld und Bremrich wurde gemeinsam mit der Gemeinde Bayerfeld-Steckweiler beigesteuert.
Im 4. Vierteljahr ergab das Almosen in Oberndorf 23,50 Mark, in Menzweiler 56,59 Mark. Sohin im Ganzen Oberndorf 105,90 Mark, Menzweiler 292,53 Mark, zusammen 398,43 Mark.
Für das Lazarett Garny bei Metz wurden in Oberndorf 4 große Kisten mit Bettzeug, Leibwäsche, Obst und Eingemachtes gesammelt,womit einem großen Bedürfnis abgeholfen wurde, da es im ganzen Lazarett fast an allem fehlte. Zur Herstellung der erwähnten Gegenstände wurden von den Bewohnern von Oberndorf und des Schmalfelderhofes und Bremricherhofes eine große Zahl weißer Baumwollstrümpfe sowie Leinensachen geschenkt, die im Pfarrhaus entsprechend verarbeitet wurden, wobei eine Anzahl Frauen und Mädchen fleißig mithalfen.
Zum Schluss des Jahres machte die Gemeinde Oberndorf aus ihrer Kasse den einheimischen Soldaten noch Geschenke.
1915 im Ganzen bar abgeliefert: 1922 Mark 41 Pfennig.

Aus Liebestätigkeit: 1916

Das Almosen ertrug im 1. Vierteljahr in Oberndorf  20,25 Mark
in Menzweiler 49,58 Mark
2. Vierteljahr in Oberndorf  38,51 Mark
in Menzweiler 35,25 Mark
3.Vierteljahr  in Oberndorf  13,95 Mark
in Menzweiler 36,89 Mark
4.Vierteljahr in Oberndorf   21,25 Mark
in Menzweiler 58,45 Mark
Summe: 274,87 Mark
Für die bayerische Kriegsfürsorge in München wurden gespendet von der Kirchenkasse Oberndorf 20 Mark und Menzweiler 20 Mark aus Almosen = 40 Mark. Am 2. Kriegsopfertag gingen ein in Oberndorf 118, 20 Mark, in Mannweiler 194,50 Mark, in Cölln 84,20 Mark und in Schmalfeld 292 Mark, in der Summe 598,90 Mark.
Die Kirchensammlung für die evangelischen Gemeinden in Polen ertrug in Oberndorf 7,40 Mark, in Menzweiler 10,60 Mark. Aus den übrigen Almosen wurde von jeder Gemeinde 5 Mark zugelegt. Gesamtbetrag: 18 Mark.
Der pfälzischen Kriegsfürsorge wurden aus Oberndorf 25 Mark und aus Menzweiler 50 Mark aus dem Almosen zugewendet, im Ganzen 75 Mark. Auf die 5. Kriegsanleihe wurden, hauptsächlich von Kindern aus ihren Sparbüchsen, 745 Mark gezeichnet, in Mannweiler, wo sich auch Erwachsene beteiligten, 1520 Mark. Der Nationalstiftung zu Gunsten der Hinterbliebenen der im Krieg Gefallenen konnte an Kirchenalmosen aus Oberndorf 18 Mark und aus Menzweiler 22 Mark, im Ganzen 40 Mark zugeführt werden.
Außer den kirchlichen Sammlungen für Kriegszwecke wurden auch 1916 solche für andere Zwecke vorgenommen, welche wie in früheren Jahren ausfielen.
Im Herbst wurde eine Sammlung von Lebensmitteln in Oberndorf vorgenommen, die an die Lazarette in Kaiserslautern und Speyer abging. An Bargeld wurden 1916 abgeliefert 751,90 Mark.

Die Liebestätigkeit 1917

Das Almosen ertrug im 1. Vierteljahr in Oberndorf   18,46 Mark
in Menzweiler  40,47 Mark
im 2. Vierteljahr in Oberndorf   17,25 Mark
in Menzweiler  43,21 Mark
im 3. Vierteljahr in Oberndorf   15,60 Mark
in Menzweiler    69,63 Mark
im 4. Vierteljahr in Oberndorf   13,90 Mark
in Menzweiler    41,06 Mark
Summe: 264,64 Mark
Für die bayerische Kriegsfürsorge in München wurden dazu gespendet im Januar von Oberndorf 20 Mark, von Menzweiler 50 Mark, Summe = 70 Mark.
Für die pfälzische Kriegsfürsorge in Speyer im Januar von Oberndorf 20 Mark, von Menzweiler 50 Mark, Summe = 70 Mark.
Am Opfertag 1917, dem 5. August, wurden an das Bezirksamt Rockenhausen eingeschickt von der Kirchenkasse Oberndorf 28 Mark und von Menzweiler 64,50 Mark, in Summe 92,50 Mark.
U-Bootspende 108 Mark.
Dazu wurde gesammelt in Oberndorf bei den Protestanten 91,60 Mark, bei den Katholiken 37 Mark, in Mannweiler 134,50 Mark, Cölln 66,10 Mark, Schmalfelderhof 330 Mark, Bremricherhof 49 Mark, im Ganzen 849,70 Mark.
Zu der Kirchensammlung am Reformationsjubiläum für die durch den Krieg geschädigten Schutzgebiete wurde in Oberndorf ein Zuschuß von 20 Mark, in Mannweiler ein solcher von 25 Markbewilligt. Danach betrug die Sammlung in Oberndorf 28 Mark, in Menzweiler 52 Mark, in Summe 80 Mark.
Die Kirchensammlung zu gunsten der Nationalstiftung am 2. Dezember 1917 ergab in Oberndorf 4,20 Mark, dazu 10 Mark aus dem Almosen, in Menzweiler 11,10 Mark, dazu 25 Mark aus dem Almosen, Summe 50,30 Mark.
Im Jahr 1917 wurden somit im Ganzen abgeliefert 1320,50 Mark.

Die Liebestätigkeit 1918

Almosenerträgnis: 1. Vierteljahr in Oberndorf   46,95 Mark
in Menzweiler   54,65 Mark
2. Vierteljahr in Oberndorf  32,34 Mark
in Menzweiler   33,98 Mark
3. Vierteljahr in Oberndorf   29,80 Mark
in Menzweiler   28,88 Mark
4. Vierteljahr in Oberndorf   29,66 Mark
in Menzweiler   60,54 Mark
Summe: 316,80 Mark
Die Soldatenheim – Sammlung wurde aus der Kirchenkasse Oberndorf mit 30 Mark und aus Menzweiler mit 50 Mark vermehrt. Das Ergebnis der Sammlung in den Gemeinden ist nicht bekannt geworden. Schmalfeld gab 170 Mark, Summe = 250 Mark.
An Kriegsanleihe wurden im April in Oberndorf von den Kindern 1767 Mark und in Mannweiler 2582 Mark gezeichnet, Summe = 4349 Mark. Zur Ludendorfspende wurden beigesteuert in Oberndorf aus der Kirchenkasse 20 Mark, von den Schulkindern 50 Mark und aus der Gemeinde 250 Mark = 320 Mark. In Mannweiler von den Schulkindern 79,90 Mark, aus der Gemeinde 352 Mark = 431,90 Mark, in Cölln 46,20 Mark, Summe = 799,50 Mark.
Die Kirchensammlung für Jugendpflege, welche beim Unionsjubiläum erhoben wurde, ergab in Oberndorf 7 Mark, dazu aus den Almosen 10 Mark = 17 Mark, in Menzweiler 16,60 Mark, dazu 20 Mark aus dem Almosen = 36,60 Mark, zusammen 59,60 Mark. Im Laufe des Jahres wurden somit abgeliefert 1101,10 Mark. Von den Almosen in Oberndorf wurden 100 Mark verzinslich angelegt, um damit eine Gedenktafel für die Gefallenen in der Kirche anbringen zu können.
Den Rest des Almosens in Menzweiler verwendete das Presbyterium in der Weiße, daß es 112 Mark der Glockenrücklage und 58 Mark der Orgelrücklage zuteilte.
Die Reste fielen in beiden Gemeinden der Kirchenkasse zu und es hat damit die Verwendung des Almosens zu Kriegswohlfahrtszwecken aufgehört. Im Ganzen wurden dafür verausgabt in Oberndorf 374 Mark, in Menzweiler 1095 Mark, in der Summe 1469 Mark.
Während des Krieges wurden an Barmitteln, soweit diese ermittelt werden konnten, gespendet:
1914: 1794,91 Mark
1915: 1922,41 Mark
1916:   751,90 Mark
1917: 1920,50 Mark
1918: 1101,10 Mark
In der Summe : 6891,62 Mark
Rechnet man dazu die Gaben an Lebensmitteln, Kleidung, Wäsche u.s.w., so dürfte sich eine Summe von 10 000 Mark ergeben.

Kriegshumor:

Daß bei so vielen lebenslustigen, siegeszuversichtlichen jungen Leuten beim Ausmarsch auch der Humor zur Geltung kam, kann nicht Wunder nehmen. Auf den Eisenbahnwagen fanden sich allerlei Inschriften, von denen einige mitgeteilt seien:

„Jeder Stoß ein Franzos; jeder Schuss ein Russ“.
„Platz da – Eilzug nach Paris. Neue Wichse für Frankreich“.
„In 14 Tagen Tangounterricht in Paris“ (Tango ist ein neuer Tanz).
„Immer feste drauf. Parole: Auf Ihn! Haut Ihn! In Eile – Frankreich kriegt Keile! Die Serben sind alle Verbrecher, ihr Land ist ein finsteres Loch, die Russen sind auch nicht besser, aber Keile kriegen sie doch“.
„Wir fürchten keinen Serben, keinen Pollack, keinen Russen, keinen Kosak, keinen Briten, keinen Franzos, wir sind die tapferen Bayern und hauen fest drauf los“.
„Nix wie enuff!“
„Gegen Frankreich zieht das deutsche Heer, für Russland langt die Feuerwehr!“
„Lieb Vaterland magst ruhig sein, in 14 Tag ist Frankreich dein“.

 

Beißender Spott  wurde in der Heimat den Kommunalverbänden gewidmet. Der Volksmund bezeichnete sie nicht anders denn als „Kriminalverband“. Seiner Tätigkeit wurde in Kaiserslautern folgender Vers gesungen:
„Es braust ein Ruf wie Donnerhall;
In Lautre sin die Grumbeere all.
Die Butter, Eier un de Speck,
Die fresse jo die Reiche weg
Die Arme un de Mittelstand
Die hot de Kommunalverband.
Auch der Tod so vieler junger Menschenleben regte das Volk zum Dichten an. Besonders Gutes ist allerdings nicht herausgekommen. Immer aber geben sie ein Zeugnis von der Stimmung, die im Volke herrschte, weshalb einige Verse hierhergestellt seien.
„Auf fremder Erde schwer und müde sank sein Haupt zur ewigen Ruh. Fürs Vaterland gabst du dein junges Leben, schlaf wohl nun, wackrer Streiter, du. Warst noch jung, starbst viel zu früh, wer dich gekannt, vergisst dich nie.
Schwer bist du von uns geschieden, als du zogst in Feindesland. Ruhe sanft in süssem Frieden, du starbst als Held fürs Vaterland.
Im Grabe Ruh, im Leben Schmerz, schlummere sanft du treues Herz.
Geliebt und unvergessen bleibt mir mein treu geliebter Mann.
Den Schmerz kann nur ermessen, wer es erfahren schon.
Zu früh schlug diese Stunde, die ihn aus unserer Mitte nahm.
Doch tröstend kommt aus unserem Munde: Was Gott tut, das ist wohlgetan.“

Im Felde schrieb ein Soldat an seine Angehörigen:
Wenn ihr schaut in stillen Nächten
Tränenschwer zum Himmelszelt,
Während ich mit Feindesmächten
Ringe auf dem Kriegesfeld.
Ihr Lieben, ach dann tröstet euch,
Denn ich kämpfe auch für euch.
Soll ich nimmer wiederkehren
In das Elternhaus zurück,
Soll ich sterben hier zur Ehre
Für des Königs Waffenglück,
Ihr Lieben, ach dann betet für mich,
Daß in Frieden ruhe ich.

 

 

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