Die Verwandlung der Landschaft

Die nordpfälzische Landschaft ist seit mindestens 2000 Jahren vom Menschen  besiedelt. Mindestens genau so lange ist diese Landschaft auch einem beständigen, durch menschliche Tätigkeit verursachten Wandel unterworfen.Während in früheren Zeiten die Entwicklung von dem durch natürliche Vorgänge gebildeten Erscheinungsbild hin zu einer vom Menschen geprägten und im Wesentlichen der Nahrungsmittelproduktion dienenden Kulturlandschaft erfolgte, ist heute – zu Beginn des 21. Jahrhunderts – eine gegenläufige Entwicklung in Gang gekommen. Ehemaliges Kulturland wird aus der Nahrungsproduktion genommen und sich selbst überlassen.

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Diese in den 1950er Jahren entstandene Aufnahme zeigt im Wesentlichen die Weinbergslage „Im Gänseberg“ südwestlich von Oberndorf, welche schon auf der französischen Karte von 1803 als „Vigne“ verzeichnet ist. Mutmaßlich wurde im Gänseberg schon seit dem Mittelalter Wein angebaut.

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Luftbildaufnahme 2016

Das Luftbild von 2016, aufgenommen von in etwa gleicher Koordinate wie das Bild aus den 1950er Jahren, verdeutlicht auf eindrucksvolle Weise den Wandel der Landschaft speziell im Gänseberg in dem relativ kurzen Zeitraum von ca. 60 Jahren.

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Im Gänseberg befand und befindet sich auch dieses „Wingertshäusschen“, welches von dem Weinbergsbesitzer, einem Nebenerwerbswinzer und Steinhauer, ohne Architekt und Baugenehmigung erschaffen wurde. Dem Bau ist der Stolz des Bauherrn über sein gelungenes Werk anzusehen, jedenfalls ist das dort in Stein geschlagene Lebensmotto „Arbeit ist des Bürgers Zierde“ nicht als schöngeistiger Sinnspruch gemeint, sondern Ausdruck einer damals beim Bauherrn vorhandenen und wohl auch in der Gesellschaft verbreiteten Grundhaltung.

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Eine Kommentierung der Aufnahme von 2016 des gleichen „Wingertshäusschens“ erübrigt sich.

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